René

Heute fuhren wir von Mund nach Verbier. Wir waren ein zweites Mal in Mund um die restlichen Sachen anzuschauen, die wir letztes Mal, wegen des Zwischenfals, nicht mehr anschauen konnten.

 

Das Wallis ist ein grosser Kanton, kann man aber auf der Autobahn fahren ist man recht schnell vom Oberwallis im Unterwallis. Das Tal ist weit und fruchtbar. In der Ebene wachsen die Aprikosen, die Hänge sind voll mit Reben und mit der vielen Sonne wachsen noch viele andere Köstlichkeiten - Das Wallis - Eine schöne Kulturlandschaft. In Sitten die 2 Schlösser imponieren auch immer wieder beim Vorbeifahren. Es ist schön von Siders nach Martigny mit 110 kmh gemütlich auf der Autobahn durch die schöne Talebene zu fahren und dazu gute Musik zu hören. 

 

Oberhalb von Martigny befinden sich 3 Täler. Val de Bagnes, Val d`Entremont, Val Ferret. Unglaublich wie gross und schön sie sind. Die Täler sind grösser und grüner als im Oberwallis. Viele kleine, schöne, gepflegte Dörfer sieht man in den Tälern und an den Hängen. Die Menschen die hier leben haben ein Flair für Details und was man machen sollte und was nicht. Nur in Verbier und in 2-3 anderen grossen, bekannten Skiresorts sieht man grössere, neuzeitliche, manchmal nicht ganz passende Gebäude.

 

Generell kann man sagen, dass die Berggemeinden hier im Unterwallis die besseren Baureglemente haben als die Oberwalliser. Mit besser meine ich, die Gebäude sind kleiner, schöner und immer mit viel Holz gebaut oder verkleidet, was ja zu den bestehenden, alten Gebäuden und Dorfbildern besser passt als moderne Bauten. Sie haben es irgendwie besser geschnallt, dass wenn ihre Dörfer aussehen wie in der Stadt und zu modern sind, die Gäste nicht mehr gerne kommen, weil viele das zuhause ja bereits haben. In den grösseren Ebenen im Talgrund sieht es dann manchmal schon weniger schön aus, weil dort die Industrie und die Städte angesiedelt sind.

 

Sind die Kuhherden im Oberwallis 30-60 Stück gross, sind sie hier doppelt so gross, weil man auch fast doppelt so viele Weiden und Alpen hat.

Das Gebiet ist einfach gross, dies wiederspiegelt sich auch jeweils in der Jagdstatistik des Kantons.  Wo, wieviel Wild geschossen wird, da ist das Unterwallis immer vorne dabei. 

 

Ein Tal wie das Mattertal mit so hohen und steilen Felswänden und den vielen Gletschern und 4000er Bergen die recht nahe an den Dörfern sind, findet man hier dafür ein bisschen weniger. Schneebedeckte Berge sind hier seltener und meistens weiter weg. 

 

Also, dann fuhren wir durchs Val de Bagnes hoch nach Verbier. 5 Mal sind wir im Zentrum um den Kreisel gefahren und Jan hat Fotos gemacht.

Hier wohnen die reichen, ob sie schön sind, wissen wir nicht. Ich denke in keinem anderen Ort im Wallis gibt es so viele grosse Luxuschalets, Boutiquen, Sportgeschäfte, Immobiliengeschäfte, teure Autos usw. Einfach alles was reiche Leute so fürs Leben und Überleben benötigen damit sie nicht unglücklich werden. Man sieht und fühlt es regelrecht, dass hier Schickimicki und High Society zuhause sind. Vor einem 5 Sterne Hotel standen 7 gleiche Porsches in diversen Farben.

 

Auf der anderen Seite sind die Bergbahnen die vom Ort aus gehen schon ein wenig veraltet. So wies aussieht, genügt das Geld schlussendlich dann doch nicht für alles.

 

In Verbier war ich schon ein paar Mal. 3 Mal als Zieleinlauf bei der Patrouille de Glacier. Mal habe ich den Grand Raid gemacht, ein Bikerennen von Verbier nach Grimentz. (125km lang, 5000 Höhenmeter), mal hatten wir hier 1 Woche Skilehrerausbildung im Skigebier 4 Vallés und einmal hatten wir von der Tourismusfachschule aus ein paar Tage einen Workshop. Durch das riesige Skigebiet 4 Vallés und weil es hier im Winter auch recht viel schneit ist Verbier ideal für Freerider aber auch für alle anderen Skifahrer. Das Tal, Gebiet ist sehr gross und anhand der Bikegeschäfte und Biker die man hier sieht, muss das Bikeangebot gross und attraktiv sein. Hier ist wohl im Wallis das Mekka der Biker.

 

Dann gings weiter zum Lac Mauvoisin. Schöne, imposante Staumauer, riesen langer See und beeinddruckende Landschaft. Mit 250m Höhe ist es die zweithöchst Staumauer der Schweiz. Schaut einfach die Bilder an, dann lass ich das Schreiben weg. Auch diese Staumauer kann man mit dem öffentlichen Bus anschauen gehen.

 

https://www.valais.ch/de/touren/wandern/wanderungen/rund-um-den-stausee-mauvoisin

 

Auf dem Parkplatz standen Schilder, dass hier am Wochenende das Ziel vom Berglauf Martigny - Mauvoisin sein wird.

 

Noch was lustiges ist uns passiert. Am Abend haben wir auf einer Alpweide neben dem Stausee geparkt. Sie war sehr schön, aber mit vielen Kuhfladen, weil da vor kurzem die Kühe waren. Wir haben uns dabei nichts gedacht. Es war warm und wir liesen die Türe und Fenster offen. Aber ohlala, plötzlich waren aberdutzende Fliegen im Camper und hinten im Lager. Wir probierten sie zu vertreiben... unmöglich... es kamen immer mehr. Wir sind dann weggefahren auf einen grossen Parkplatz ohne Kuhfladen und benötigten über 1 Stunde um allen Fliegen den Ausgang zu zeigen.

 


Jan

Diesen Morgen sind wir nicht schnell aus den Betten gekommen. Wir übernachteten an einem sehr ruhigen Ort. Nur die Vögel hörte man zwitschern und wir fühlten uns im Wohnwagen wie im Himmel. Nach dem Frühstück ging es vom Himmel wieder runter auf die Erde. (:-

 

In Naters angekommen ging es weiter nach Sion und von dort aus nach Verbier. Die Fahrt dorthin war sehr gemütlich und ein bisschen länger. In Sion ging es auf der Autobahn weiter bis die Abzweigung Grosser Stankt Bernhard kam. Wir hatten dummerweise die Ausfahrt verfehlt und mussten einen kleinen Umweg machen . Wir haben vor der Ausfahrt noch ein cooles Objekt gesehen, aber die Kamera ging nicht wie wir wollten und somit haben wir die Ausfahrt verpasst.

 

Als wir wieder auf der Strasse zum St. Bernhard waren ging es weiter nach Verbier. Das Tal war sehr schön und auch breit. Ich habe nicht gewusst das Verbier am Hang des Tals liegt und nicht in der Mitte vom Tal oder im Talgrund. Die Bergfahrt war schön und man hatte eine gute Weitsicht. Oben angekommen ging es durch Verbier. Wir fuhren sogar am Stein der Patrouille de Glacier vorbei. In Verbier ist das Ziel der Patrouille de Glacier. Sie beginnt in Zermatt und geht nach Arolla und dann nach Verbier. Papa gab noch einmal ein paar Infos zum Rennen. Er sagt, das die ganze Tour ungefähr 11-15 Stunden dauert und die schnellsten sie aber in 6-7 Stunden machen. Die Tour wurde im 2. Weltkrieg 1943 ins Leben gerufen um die Soldaten für die Verteidigung der Grenzen fit zu halten. Alle 2 Jahre findet sie heute statt und ist für Soldaten und private Patrouillen. Wir haben dann neben der Talstation der Bergbahn parkiert und Mittag gegessen.

 

Nach dem Mittagessen gingen wir Verbier anschauen. Nach der Besichtigung haben wir kurz zusammengefasst was wir erlebt und gesehen haben. Als erstes war, dass Papa den Dorfkreisel fünfmal umfahren hat um Fotos zu machen. Als zweites, dass sie kleinere Steinplatten auf den Dächern haben als in Zermatt. Als drittes ist noch aufgefallen, dass hier reiche Leute in die Ferien kommen und dass es trotzdem zwei alte Bahnen hat, die irgendwie nicht dazu passen. Ups ich habe noch zwei Sachen vergessen. Eines ist das Verbier mit anderen Dörfern zusammen das grösste Skigebiet von den Alpen hat und zweitens, dass es drei Kirchen gibt. Ja wie das Sprichwort sagt, aller Dinge sind drei.

 

Nach der Besichtigung ging es wieder runter und dann zum Stausee Mauvoisin. Die Fahrt dorthin war spannend. Man sah viele alte Gebäude, eine violette Kirche, eine Kirche mit Zylinderturm und ein kleines Staubecken der Grand Dixence. Ich habe noch etwas vergessen und das sind drei Öffnungen in einer Felswand. Zuhinterst war der Stausee wie in einem Märchenbuch. Die Mauer war wirklich sehr gross und hoch. Auf der Mauerkrone konnte man eine Topaussicht geniesen. Das spannenste war der Wasserfall, der aus dem Felsen kam. Der sah eindrücklich aus. Papa sagte noch dazu, dass der Stausee auch der Grand Dixence gehört. Ich denke nur, dass die Grand Dixence sehr gross sein muss und viel Wasser braucht.

 

Nach der Besichtigung ging es zum Schlafplatz. Papa hatte zuerst den besten Platz gefunden. Der war auf einer Wiese mit Kuhfladen. Als wir Strom produzieren wollten, lies Papa die Tür offen. Also kamen plötzlich Fliegen rein. Dann fing es noch an zu regnen und die Fliegen wollten nicht mehr raus. Dann hatten wir den Salat im Bus oder besser gesagt den Fliegensalat im Bus. Der Bus war voll mit Fliegen. Wir brauchten eine ganze Weile bis wir sie raus hatten. 

 


Wir fahren von Mund 1188m nach Verbier 1490m


Wir fahren zum Lac Mauvoisin 1961m