René

Heute fuhren wir von Macugnaga über den Montemoropass ins Saastal. Also gefahren sind wir nicht so viel, eher gelaufen. Hinauf auf den Pass nahmen wir die 2 Luftseilbahnen. Die erste Bahn stammt von ca. 1958. Wenn sie dreimal fährt, fährt oben die nächste Luftseilbahn weiter. Den drei Ladungen von der unteren Bahn ergeben eine Ladung der oberen Bahn, so erklärte es mir ein Angestellter. Würde man die untere Bahn vergrössern, müsste man die obere irgendwie auch vergrössern. Denn die untere Sektion ist kurz und die obere länger. Auf jeden Fall sind es alte, steile Luftseilbahnen mit nur einem Tragseil. Zuoberst sind Skilifte auf purem, steilen Felsen und alles ohne Schneeanlage, dies erstaunt schon. Die Piste sei weltbekannt, weil sie eben so steil ist. Ja irgendwie möchte ich da auch mal runterfahren, von dem her ist das schon was spezielles. Man fährt im Winter meistens nur bis zur Mittelstation ski und dann mit der Bahn runter. Macugnana liegt auf 1300 m. Ohne Schneekanonen ist der letzte Teil ins Dorf demnach meistens wergen Schneemangel nicht befahrbar. Alte Bahnen, steile Pisten, keine Schneeanlage auf dieser Seite, darum sind manche Hotels eben nur im Sommer offen und im Winter zu. Auf der anderen Seite gebe es noch zwei Bahnen und dort habe es dann eine Schneeanlage.

 

Als ich in Siders die Tourismusfachschule absolvierte 1990-1993, schrieb ich mal eine Arbeit über die Vor- und Nachteile von Schneeanlagen. Ich war dafür, die meisten aber dagegen. Dazumal waren die Schneeanlagen sehr umstritten, danach immer weniger. Man sah von der Bahn aus gut die Bike Strasse die soeben gebaut aber nicht beendet wurde, weil die Bauarbeiten gestoppt wurden. Die Bike Strasse sah super aus und mit den heutigen und zukünftigen Bikes sicher eine coole Sache diese zu befahren. Das wird hier auch die Zukunft sein. Um den Montemoropass zu Fuss zu begehen, rechnet man mit ca. 8 Stunden. Dies ist viel und für die allermeisten demnach ein wenig zu viel. Mit dem Bike hätte man ca. 3-4 Stunden. Da lohnt sich ein kurzer Ausflug nach Macugnaga oder ins Saastal allemal. Die Italiener haben vorgelegt und die Bike Strasse wird nächstes Jahr fertig gestellt. Die Schweizerseite muss dann noch liefern, denn ein Passübergang der nur auf einer Seite ausgebaut ist, bringt auch nur die Hälfte. Wir sind dann hoch zur Madonna gegangen. Wir links über die steilen, glatten Felsen, alle anderen über die Treppen die da hochführen. 

 

Die goldenen Madonna ist gross, imposant und schön und auch die Aussicht ist imposant. Es war Sonntag, sehr warm und es hatte viele Touristen da oben. Man hatte kaum Platz sich zu bewegen. Wir suchten dann den Weg wos auf der anderen Seite runter geht. Nicht einfach diesen zu finden. Schlussendlich sahen wir ihn auf der rechten Seite der Madonna. Also gingen wir da runter. Es hat Ketten zum Festhalten, Treppentritte die in den Felsen gebohrt wurden, Felsabsätze, es war generell steinig und felsig. Der Fels ist aber sehr gut begehbar, man rutscht nicht und kann so fast überall auch in sehr steilem Gelände über die Felsen und Steine laufen. Bei Schnee wäre das hier alles sicherlich unangenehmer. Es kamen viele Leute vom Saastal hoch. Sonntag, warm, schön und es ergaben sich unterwegs etliche Gespräche mit all diesen Leuten. Die meisten trauten ihren Augen nicht, dass da zwei Biker runterkommen und dementsprechend waren auch ihre Kommentare. Ein älterer Saaser sagte, es sei das erste Mal, das er nirgends über ein Schneefeld laufen musste. Normalerweise habe es immer irgendwo noch Schneefelder.

 

Wir liefen also diese Felsen und den Weg ca. 1.5 Stunden hinunter. Fahren konnte man nirgends oder immer nur ein paar Meter. Es war aber schön und imposant. Unten fuhren wir dann rechts dem See entlang weiter. Auch hier ein wunderbarer See und Gegend, dann weiter bis Saas Almagel und dann links Richtung Saas Fee über eine sehr schöne Forststrasse. Jan bekam hier einen platten Hinterreifen. Da fahren wir tagelang über unwegsames Gelände mit tausenden von Steinen und Absätzen, dass es einen rüttelt und schüttelt und man manchmal denkt, das Velo wir das nicht überleben und es passiert nichts. Und hier auf einer schönen flachen, gut präparierten Forststrasse bekommt er einen Platten. Ok, er ist vorher im Dorf unachtsam über einen Randstein gefahren. Ein älterer, deutscher Gast der mit seiner Familie vorbeiwanderte wollte uns unbedingt helfen den Schlauch zu wechseln. Warum nicht? Es war dann noch lustig und er gab uns ein paar Tipps. Er erzählte, dass er sich mehrere Fahrräder selbst gebaut habe. Er kaufte normale Fahrräder und hat sie mit Motor und Batterie selbst ausgestattet. Er verstand also was von Fahrrädern und wir lernten von ihm seine Tricks wie man Schläuche wechselt. 

 

In Saas Fee gingen wir in die Jugendherberge. Echt großartig das Konzept. 168 Betten, coole, einmalige Wellnessanlage, modern, stilvoll eingerichtet. So eine Jugendherberge fehlt in Zermatt. Auf meinen Reisen um die Welt war ich sehr oft in Jugendherbergen. Von überall habe ich die guten Ideen mitgenommen, gesammelt und dann selber mal eine gezeichnet und geplant. Leider hatte ich keinen Boden und zu wenig Geld sowas in Zermatt zu realisieren. Warum immer Hotels? Warum nicht mal eine coole Jugendherberge so wie die hier in Saas Fee? Wir waren dann kurz im Wellness und gingen dann an die Genussmeile in die Dorfstrasse von Saas Fee.

 

Dieses Fest findet einmal im Jahr statt und viele Restaurants in der Strasse machen mit und es gibt viele Stände, Unterhaltung, Musik und ist ein tolles Fest. Endlich wieder Mal ein paar Raclette, Fendant und dumme Sprüche. Ein schönes Fest, mit vielen Trachten und Anzügen von anudazumal, dann hatte man meines Erachtens mehr Stil und Kante, denn es ist noch heute schön anzuschauen.

 

Morgen fahren wir von hier über Grächen zur Europahütte. Wo und wie der Weg ist, wissen wir nicht. Wir sind aber nicht mehr im Ausland, wo wir nach dem Theodulpass den ersten Wegweiser in Italien nach 23 km sahen. Generell hat es in Aosta und Piemont praktisch keine Beschilderungen im Vergleich zu hier in der Schweiz. Hier ist alles sauber und schön angeschrieben, da muss man sich weniger Sorgen machen. Wir gingen dann schlafen weil der Tag streng war und es morgen so weiter gehen wird. Im Zimmer, bei offenem Fenster hörte man noch lange die Musik, das Jodeln, den Gaudi…. und das an einem Sonntag. (:- Güetnacht!

 


Macugnagna 1327m - Montemoro Pass 2853m 


Montemoro Pass 2853m - Saas Fee 1800m 


Auf dem Weg nach Saas-Fee 1800m


Die Genussmeile in Saas-Fee - Sonntag 10. Sept. 2023


Jan

Diese Nacht habe ich sehr gut geschlafen. Dieses Mal haben die Italiener kapiert was zwei Duvets sind und nicht eines, das war mal gut. Nach dem Aufstehen ging es frühstücken, weil sie heute das Hotel schließen, war das Buffet nicht mehr so groß wie normal, aber wir waren zufrieden. Nach dem Frühstück ging es ans zusammen packen und dann ging es schon los. Wir fuhren zuerst mit einer kleinen Luftseilbahn den Berg hoch. Es hatten gerade die zwei Velos Platz, wir und 3 andere Leute, mehr nicht. Oben hat Papa mit einem Bahnarbeiter geredet und dann ging es mit der zweiten  Bahn weiter bis fast nach oben. In dieser Bahn mussten wir uns ein wenig Platz schaffen. Es war Wochenende, schönes Wetter und darum hatte es viele Leute. Oben muss man dann noch laufen bis auf die richtige Passhöhe zur Madonna. Als wir endlich oben waren sind wir stolz gewesen. Einerseits weil wir mit den Velos über Treppen fahren mussten, dass war kein Problem. Das zweite ist, dass wir die Goldene Madonna sehen durften. Hier oben ist die Aussicht top, hier sieht man sehr weit und besonders auch die große, goldene Madonna Statue sieht sehr eindrücklich aus. 

 

Die Madonna ist ja goldig – und Gold ist ja sehr wertvoll und teuer, warum steht den genau hier eine solche goldene Madonna und nicht irgendwo anders? Ich haben immer noch den Verdacht das es mit der Goldmine im Tal von Macugnaga zusammenhängt.

 

Die Bahn geht nicht bis zum Colle, sondern ein wenig darunter. Darum hat man auf dem letzten Stück in die Felsplatten viele Löcher gebohrt und darauf Treppenstufen montiert. Einerseits war es mühsam mit den Bikes über die Treppen hochzukommen und andererseits hatte es dort heute viele Leute. Also gingen wir neben den Treppen die steilen, glatten Felsplatten hoch. Wie immer ging Papa voraus und ich hinten her. Papa sagte nur zu mir das der Stein gut klebt und nicht rutschig ist. Auf dem Weg sahen wir noch eine Vierergruppe Saaser die fragten wo wir hin wollen. Papa sagte runter nach Saas Almagel. Sie waren natürlich erstaunt und gaben uns ein paar Informationen über die Strecke. Nachdem machten wir noch schnell ein paar Fotos und dann ging es auf der anderen Seite runter Richtung Saastal. Die Madonna sieht wirklich echt toll aus aber das raue Wetter hier oben hat an ihr auch Spuren hinterlassen.

  

Der erste Abschnitt vom Weg war mühsam, besonders unterhalb der Madonna. Dort mussten wir ein paar Mal zu zweit die Velos über die Treppen und Felspodeste tragen. Weil wir zwei ein gutes Team sind, war das kein Problem für uns. Weiter unten war es noch einmal schwerer und wir mussten die Fahrräder immer wieder über Hindernisse lüpfen. Nach den heiklen Passagen ging es dann einfacher. Manchmal gab es lange Felsbänder und darauf konnte man ein wenig fahren. Dann hat uns die Vierergruppe eingeholt und wir haben wieder kurz miteinander geredet. Auf dem Weg runter fragten uns viele, ob es uns gut geht und gaben uns auch ein wenig Infos. Als wir auf einer Fläche ankamen machten wir mal Mittag und eine Pause. Der Abstieg war nicht ganz einfach, eher hart und streng. 

 

Nach dem Mittag und dem Auftanken ging es weiter. Noch einmal eine halbe Stunde Fußmarsch und dann konnten wir wieder fahren. Hier noch eine Information. Vom Montemoro Pass runter braucht man länger als hinauf, das ist ein wenig komisch? Als wir zuhinterst vom Stausee Mattmark ankamen ging es nachher wie ein Blitz voran. Wir kamen nicht weit und haben schon wieder diese Vierergruppe Saaser gesehen. Zuäußerst bei der Mauerkrone waren wir immer noch beeindruckt vom Mauerwerk das sie hier bauten. Dann ging es auf der Hauptstraße weiter bis nach Meiggern. Da war früher ein Dorf, dort wo heute das Ausgleichsbecken steht. Das Dorf wurde  komplett abgebrochen und nicht mehr aufgestellt. Man kann nicht sagen nicht mehr aufgestellt. Der gute Handwerker aus Macugnaga hat hier sein Heimatdorf im Maßstab 1:30 nachgebaut. Das waren 22 Gebäude und eine Kirche. Dafür haben sie hier eine riesige Vitrine (kleines Haus) aufgestellt von ca. 5 x 5 m mit den Gebäuden drinnen und es ist wirklich schön und gut gemacht.  

 

Als wir in Saas Almagel angekommen sind, sind wir etwas trinken gegangen. Und wie der Zufall spielt, haben wir wieder diese 4 Saaser getroffen. Wir haben also diese 2 Ehepaare heute 4 Mal angetroffen, das war lustig. Nach dem Trinken ging es auf dem Forstweg nach Saas Fee. Weil ich mich hier ein wenig auskenne und dem Papa zeigen wollte wohin es geht, aber er ist mir schon abgefahren, und als ich ihn überholen wollte bin ich über einen Randstein gefahren, aber nicht richtig und es gab ein komisches Geräusch. Weiter im Wald auf der Forststrasse merkte ich das mein Hinterrad nicht macht was ich will. Weil Papa schon weg war, musste ich ihm anrufen und ihm das melden, damit er mir helfen kommt. Die Flicksachen hatten wir mit und ein netter, älterer Deutscher wollte und unbedingt helfen. Also hat er uns geholfen und ich habe weiter etwas Neues gelernt. Papa sagte mir danach, das schlimmste sind immer die Randsteine, dort entstehen die meisten Platten. 

 

Als wir in Saas Fee ankamen wollte Papa ins Hallenbad schwimmen gehen. Er ging dann in die Jugendherberge und buchte dort ein Zimmer mit Wellness und Hallenbad. Er nahm gerade noch das beste Zimmer vom Haus. Es war das beste Zimmer, weil es zwei Fenster hatte und die anderen nur eines. Ein Fenster gegen Süden und eines gegen Osten. Die Aussicht von dort oben war super. Das Zimmer hatte ein grünes Badezimmer und eine violette Garderobe, das war lustig. Wir gingen noch schnell in die Wellnessanlage. Wir kamen nicht ganz nach, warum manche Leute hier nackt umherlaufen oder nur das Badetuch anhatten. Überall waren Schilder wo das Textilkleidertragen  verboten war. Wir zwei haben es ein wenig übersehen. Für mich war das Neuland und brauchte ein wenig Überwindung.

 

Nach der Wellessanlage ging es noch ins Saas Fee Fest. In der Dorfstrasse hat man alles Stände aufgebaut. Wir sind einmal das ganze abgelaufen und haben in manchen Orten was gegessen. An einem Stand schauten wir zu wie sie Pinsa mit Rohschinken machten. Weil gerade viel los war und einer dort war der das wohl noch nicht oft gemacht hat, war das Belegen interessant. Die Frau hat jedes Stück Rohschinken halbiert und schön angerichtete aber war auch viel langsamer als der Mann der einfach auf jedes Stück ein ganzes Stück Rohschinken drauf tat. Aber das witzige ist ja, dass beides gut geschmeckt hat.

 

Papa traf noch ein paar bekannte Leute und sprach mit ihnen. Während dieser Zeit hat man die Stände geschlossen und war schon am Abbauen. Als wir zurück gewesen waren ging es direkt ins Bett. Ach ja,  hier noch eine Information. Wo die Jugendherberge steht, war früher eine Tennishalle. Die haben sie abgerissen und die neue, coole Jugendherberge mit Wellnessanalage gebaut. Und noch was zur Wellnessanlage, dort hat man die beste Aussicht auf die Berge, das Dorf und eine Schlucht, weil dort sehr grosse Fenster montiert wurden. Die haben das hier schön gemacht und gut.